Sie sind nicht nur kleine Snacks für zwischendurch, sondern auch wichtiger Bestandteil von leckeren Hauptgerichten, frischem Gebäck oder feinen Desserts. Wir sprechen von Trockenfrüchten, auch Trocken- oder Dörrobst genannt. Genau genommen handelt es sich dabei einfach um reife Früchte, die letztlich getrocknet werden und somit nach dem Vorgang eine Restfeuchtigkeit von etwa 20 Prozent besitzen.

Die Palette typischer Trockenobstsorten ist groß – von Rosinen, Datteln, Aprikosen, Pflaumen und Äpfeln bis zu Ananas, Birnen, Bananen, Cranberrys, Mangos und viele mehr. Sie alle eignen sich zur Herstellung von Trockenobst.

Trockenfrüchte

Die Herstellung von Trockenfrüchten – geht das auch selbst?

Industriell werden Trockenfrüchte natürlich von professionellen Dörrgeräten hergestellt. Diese bestehen meist aus einer Heizungs-Lüfter-Kombination sowie einem oder mehreren Ablagegittern für das Dörrgut, damit das Obst schnell und effizient trocknen kann.

Allerdings kann man seine eigenen Trockenfrüchte auch ganz einfach –dafür aber etwas zeitaufwendiger – zu Hause im Backofen herstellen, wenn man sich kein Dörrgerät anschaffen möchte. Die Früchte sind reif? Dann kann es mit der Trockenobst-Herstellung losgehen: Als erstes wird das Obst gesäubert und entkernt – sofern es Kerne besitzt. Anschließend wird es entweder im Ganzen oder in Scheiben geschnitten – wichtig ist nur, dass die Stücke jeweils gleich groß sind – bei einer Wärmezufuhr von bis zu maximal 70 Grad Celsius getrocknet. Am besten lässt man die Backofentür dabei leicht gekippt, damit die Feuchtigkeit gut abziehen kann.

Aber Vorsicht! Bei dem Vorgang gibt es Verschiedenes zu beachten: Zum einen dürfen sich die Früchte nicht berühren, sonst verkleben sie. Zum anderen ist auch die Temperaturhöhe von Bedeutung. Hier ist es wichtig, zu wissen, dass das Obst bei zu hohen Temperaturen schnell an Aroma und Geschmack verliert. Außerdem werden bereits ab Temperaturen von 40 Grad Celsius erste Vitamine zerstört. Aber: Je geringer die Temperatur, desto länger dauert der Vorgang. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass der Prozess mehrere Stunden in Anspruch nimmt.
Will man weniger Energie verbrauchen und eher auf rein natürlichem, nachhaltigem Weg die Früchte trocknen, kann man auch auf eine andere Energiequelle zurückgreifen: die Sonne. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung können Früchte nämlich tatsächlich auch im Freien getrocknet werden. Als Unterlage sollte hier bestenfalls eine luftdurchlässige Unterlage – zum Beispiel ein Backpapier, ein Baumwollmull oder eine Gaze – verwendet werden, damit eine optimale Luftzirkulation gewährleistet ist.

Ernährungsphysiologische Bedeutung

Der Nährwert von Trockenfrüchten ist im Vergleich zu Frischobst deutlich erhöht. Demnach steigen der Energiegehalt sowie die Hauptnährstoffe pro 100 Gramm bei Trockenobst bis auf das Fünffache an. Das hängt damit zusammen, dass die Früchte durch das Dörren ihre Feuchtigkeit verlieren und dadurch ihr prozentualer Zuckergehalt steigt. Zum direkten Vergleich: Frischobst besteht aus 80 Prozent Wasser, Trockenobst dagegen aus 10 bis 30 Prozent. Für Trockenfrüchte hat diese Veränderung jedoch zwei Vorteile: Durch die erhöhte Konzentration von Aromastoffen bekommen sie einen intensiveren Geschmack, der wegen des natürlichen Frucht- und Traubenzuckers sehr süß ist und somit den Süßhunger stillen kann. Damit sind Trockenfrüchte durchaus eine gesunde Alternative zu Süßigkeiten – aber nur, wenn die empfohlene Tagesmenge von einer Handvoll nicht überschritten wird.

Diese Bestandteile machen Trockenfrüchte zu leckeren Powerpaketen:

  • Reich an Ballaststoffen, die die Darmgesundheit fördern und die Verdauung regulieren
  • Hoher Gehalt an Vitamin B1 und B2, die wichtig für das Nervensystem sind
  • Kalium, das den Wasser- und Elektrolythaushalt regelt
  • Eisen, das eine wichtige Rolle bei der Blutbildung spielt
  • Sekundäre Pflanzenstoffe aus den Randschichten der Früchte, die die Immunabwehr stärken

Ein praktischer Nebeneffekt: Aufgrund des geringen Wassergehalts sind Trockenfrüchte – anders als Frischobst – zudem bis zu einem Jahr haltbar, wenn sie trocken und luftdicht gelagert werden.

Nicht nur ein Snack – auch das gewisse etwas in Speisen

Ob leckerer Snack am Nachmittag, ergänzende Zutat beim Backen oder das i-Tüpfelchen, das den Braten noch besser schmecken lässt – Trockenfrüchte können viele Gerichte aufwerten. Wir schauen uns das Dörrobst genauer an:

  1. Die Rosine – ein Oberbegriff für getrocknete Trauben aller Rebsorten. Die bekanntesten Rosinenarten aus dem Mittelmeerraum sind Korinthen und Sultaninen. Allgemein ist die Trockenfrucht nicht nur Bestandteil von Studentenfutter, Müslimischungen und Fruchtschnitten. Auch orientalischen Couscous-Gerichten oder typischen herzhaften Gerichten wie dem rheinischen Sauerbraten verleiht sie das nötige extra. In leckerem Gebäck wie Milchbrötchen, Christstollen oder Quarkkuchen darf sie ebenfalls nicht fehlen.
  2. Getrocknete Aprikosen – in Österreich unter dem Namen Marille bekannt, wo sie auch in regionaltypischen Süßspeisen häufig vorkommt. Werden getrocknete Aprikosen in herzhafte Gerichte eingekocht, geben sie eine besondere Note.
  3. Cranberrys – der neue Trend aus Amerika. Durch ihre säuerliche Note runden sie Obstsalate ab und verfeinern Quarkkuchen sowie Desserts.
  4. Getrocknete Pflaumen und Datteln – ein beliebter Bestandteil spanischer Tapas. Hier werden sie mit Speck umwickelt und schließlich gebraten. In Deutschland sind getrocknete Pflaumen auch als Füllzutat für deftige Braten bekannt.
Tapas, Datteln im Speckmantel

Aber nun genug Theorie, jetzt geht es an die Praxis: Denn wir haben ein perfektes Rezept, mit dem Sie ein leckeres Trockenfrüchte-Gericht auf den Tisch zaubern können – vielleicht sogar mit selbst getrockneten Früchten?

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